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NIS2-Fragebogen vom Kunden erhalten? So antworten Sie richtig

Der Einkauf schickt eine Excel-Datei mit 80 Fragen und einer Frist bis Freitag. Diese Fragen kommen fast immer, das steckt dahinter, und diese Nachweise sollten Sie bereithalten.

Rechtsstand 26.10.2026 · von Ing. Maurice Putz, MP ORG

Warum Sie den Fragebogen bekommen

Ihr Kunde fällt unter das NISG 2026 und muss die Risiken seiner Lieferkette bewerten. Der Fragebogen ist sein Weg, das zu dokumentieren. Typische Fragebögen haben 40 bis 120 Fragen. Ohne vorbereitete Antworten kostet das 2 bis 5 Personentage pro Jahr.

Quelle: pragma-code, NIS2 in der Lieferkette

Die Fragen, die fast immer kommen

Die Zuordnung zeigt, welche Basisanforderung des KSÖ-Schemas dieselbe Frage abdeckt. Wer die 14 Basisanforderungen dokumentiert hat, hat einen Großteil der Antworten.

ThemaTypische FrageNachweisKSÖ
Richtlinie und VerantwortungGibt es eine freigegebene Richtlinie zur Informationssicherheit? Wer ist zuständig?Richtlinie mit Datum und Freigabe, Name der verantwortlichen PersonB1, B3
ZugängeNutzen Sie Mehr-Faktor-Anmeldung für Fernzugriff und Administratoren?Screenshot der Einstellung, BerechtigungskonzeptB5, B6
UpdatesWie schnell spielen Sie Sicherheitsupdates ein?Patch-Prozess, Auszug aus dem Update-ManagementB9
Backup und NotfallGibt es Backups und einen getesteten Notfallplan?Notfallplan, Protokoll des letzten WiederherstellungstestsB14
VorfälleWie und wie schnell melden Sie uns einen Sicherheitsvorfall?Ablauf mit Kontakt und Frist, im Vertrag oder als AnhangVertrag
VerschlüsselungWerden Daten bei der Übertragung verschlüsselt?TLS-Konfiguration, VPN, Mail-VerschlüsselungB12
SubunternehmerWelche Subunternehmer haben Zugriff auf unsere Daten oder Systeme?Liste der Subunternehmer, Verträge, AVVA11, Vertrag
SchulungWerden Ihre Mitarbeitenden regelmäßig geschult?Teilnehmerliste mit Datum, Inhalte inklusive KI-NutzungB2
ProtokolleWerden sicherheitsrelevante Ereignisse protokolliert?Logging-Konzept, Aufbewahrung 90 Tage Server, 60 Tage ClientsB13

So gehen Sie vor

  1. Frist und Ansprechperson klären. Fragen Sie, ob ein Rating oder Label den Fragebogen ersetzt.
  2. Fragen sortieren. Was ist schon dokumentiert, was fehlt, was trifft nicht zu?
  3. Antworten kurz und belegbar formulieren. Was, womit, wie oft, wer.
  4. Nachweise beilegen oder auf Anfrage bereithalten.
  5. Antworten aufheben. Der nächste Fragebogen kommt, meist mit denselben Fragen.

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Tipp: Ein offener Standard für Lieferanten-Fragebögen ist der NISD2-Fragebogen (53 Felder). Viele Fragen decken sich mit dem KSÖ-Schema. NIS2-Lite exportiert die Selbstauskunft in einem Format, das sich an beiden orientiert.

Häufige Fragen

Meist ja, aber mit vorbereiteten Antworten dauert es Stunden statt Tage. Die Fragen wiederholen sich. Wer Beschreibungen und Nachweise einmal sauber hat, kopiert und passt an.

Fragen Sie nach. Viele Kunden akzeptieren das KSV1870 CyberRisk Rating oder das Cyber Trust Label als Nachweis, manche verlangen zusätzlich eigene Fragen.

Ehrlich antworten und einen Plan mit Datum nennen. Ein Nein mit Umsetzungsplan wirkt besser als ein Ja ohne Nachweis. Falsche Angaben gehen zu Ihren Lasten.

Der nächste Fragebogen kommt bestimmt

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